Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg 2026/27: So läuft das neue Verfahren (NAVi 4 BW)
Seit dem Übergang zum Schuljahr 2025/26 ist die Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg wieder verbindlicher. Das Verfahren „NAVi 4 BW" stützt sich auf drei Bausteine: den Elternwillen, die pädagogische Einschätzung der Lehrkräfte und den landesweiten Test „Kompass 4". Für den Wechsel aufs Gymnasium müssen zwei dieser Bausteine zusammenpassen. Hier erfährst Du die Termine für 2026/27, wie Kompass 4 abläuft und was Du tun kannst, wenn Du anderer Meinung bist.
Die drei Bausteine und die 2-von-3-Regel
Das Verfahren heißt „NAVi 4 BW” und stützt sich auf drei Bausteine:
- Den Elternwille. Was Ihr für Euer Kind wollt, ist ein eigener, gleichwertiger Baustein — nicht bloß eine Meinung, die die Schule anhört.
- Die Einschätzung der Lehrkräfte. Sie setzen sich zusammen und beurteilen, wie Dein Kind im Unterricht arbeitet: Leistungen, Arbeitsverhalten, Entwicklung über das Schuljahr. Diese Runde heißt Klassenkonferenz, ihr Urteil im Amtsdeutsch „pädagogische Gesamtwürdigung”.
- Kompass 4. Ein landesweiter Test in Deutsch und Mathematik, entwickelt vom Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW).
Für den Weg aufs Gymnasium gilt: Neben dem Elternwillen muss mindestens einer der beiden anderen Bausteine stützen — entweder die Klassenkonferenz oder Kompass 4. Zwei von drei genügen.
Hier lösen sich die meisten Sorgen auf. Kompass 4 ist kein Test, den man besteht oder durchfällt. Er ist eine Stimme von dreien — und eine Stimme kann überstimmt werden.
Heißt konkret: Empfiehlt die Klassenkonferenz das Gymnasium und Ihr wollt es auch, dann ist der Weg frei. Egal, was im Test herauskam. Und andersherum genauso: Ein gutes Testergebnis trägt Euren Wunsch auch dann, wenn die Schule zögert.
Am Elternabend hörst Du trotzdem oft den Satz: „Der Elternwille zählt ja nicht mehr.” Das stimmt nicht. Deine Stimme zählt immer mit — ohne sie passiert gar nichts. Geändert hat sich nur, dass sie beim Gymnasium allein nicht mehr reicht.
Der Unterschied ist größer, als er klingt. Er entscheidet nämlich, wie Du ins Beratungsgespräch gehst: nicht als jemand, der um etwas bittet, sondern als eine von drei Stimmen.
Am Ende gibt es drei Fälle, und Du erkennst Deinen wahrscheinlich sofort.
Ihr und die Lehrkraft seid Euch einig? Dann ist die Sache durch, egal wie der Test ausgeht. Ihr seid Euch nicht einig? Dann entscheidet Kompass 4 — und der Novembertermin ist plötzlich der wichtigste Tag des Schuljahres. Und wenn gar nichts zusammenpasst, bleibt der Februar.
Wenn Du im Herbst weißt, in welchem der drei Fälle Ihr steckt, wird der Rest des Jahres deutlich ruhiger.
NAVi 4 BW: drei Bausteine, zwei müssen passen
Für den Zugang zum Gymnasium muss neben dem Elternwillen mindestens ein weiterer Baustein stützen.
- 1 Elternwille Eure Entscheidung als Eltern — ein eigenständiger Baustein, keine bloße Anhörung.
- 2 Einschätzung der Lehrkräfte Die Lehrkräfte beurteilen gemeinsam Leistung, Arbeitsverhalten und Entwicklung. Amtlich: „pädagogische Gesamtwürdigung der Klassenkonferenz".
- 3 Kompass 4 Landesweiter Test in Deutsch und Mathematik, entwickelt vom IBBW.
Quelle: Kultusministerium Baden-Württemberg, FAQ Bildungsreform
Kompass 4 — Termine, Inhalte, Ablauf
Für das Schuljahr 2026/27 stehen die Termine fest:
- Deutsch: Mittwoch, 18. November 2026 (Nachtermin: 25. November 2026)
- Mathematik: Donnerstag, 19. November 2026 (Nachtermin: 26. November 2026)
Geprüft wird Stoff aus dem Grundschulunterricht. In Deutsch geht es unter anderem um Leseverständnis, Rechtschreiben und Sprachgebrauch; in Mathematik um Zahlen und Operationen, Raum und Form sowie Größen.
Und jetzt der Satz, der im Alltag den Unterschied macht: Der Test liegt im November. Lange vor dem Halbjahreszeugnis, noch länger vor der Anmeldung.
Wer sich erst im Januar mit dem Übergang beschäftigt, hat diesen Baustein schon hinter sich — ohne es gemerkt zu haben. Das ist der Fehler, der hier am häufigsten passiert. Nicht ein schwaches Ergebnis. Ein verpasster Zeitpunkt.
Wie viel sollen wir üben?
Diese Frage kommt in jedem Gespräch. Die ehrliche Antwort ist unspektakulär: wenig, aber das Richtige.
Kompass 4 prüft keinen Sonderstoff. Alles, was drankommt, hatte Dein Kind im Unterricht. Was am Testtag wirklich hilft, ist etwas anderes: dass das Aufgabenheft nicht neu ist. Ein Kind, das so etwas noch nie gesehen hat, vertrödelt die ersten Minuten mit Umblättern statt mit Rechnen. Einmal in Ruhe zusammen anschauen — das reicht.
Was nicht hilft, ist wochenlanges Pauken. Damit sagst Du Deinem Kind vor allem eins: Hier kommt etwas Großes. Und Neunjährige übernehmen die Anspannung ihrer Eltern schneller als deren Rechenwege.
Etwas anderes ist es, wenn in Deutsch oder Mathe wirklich etwas fehlt — kein Lampenfieber, sondern eine echte Lücke. Dann ist der Herbst der richtige Moment, sie zu schließen. Nicht wegen des Tests. Wegen der Schule danach.
Was im Beratungsgespräch tatsächlich passiert
Das Beratungsgespräch mit der Klassenlehrkraft ist der Ort, an dem der zweite Baustein entsteht — und viele Eltern gehen unvorbereitet hinein, weil es sich wie ein normaler Elternabend anfühlt.
Erwarte kein Urteil, sondern eine Beschreibung. Gute Gespräche drehen sich weniger um Noten als darum, wie Dein Kind arbeitet: Bleibt es an einer schweren Aufgabe dran oder gibt es auf? Fragt es nach, wenn es etwas nicht versteht? Arbeitet es selbstständig oder braucht es ständige Ansprache? Diese Dinge sagen über den Erfolg an einer weiterführenden Schule mehr aus als ein Zehntel im Durchschnitt — und genau das ist gemeint, wenn im Amtsdeutsch von der „pädagogischen Gesamtwürdigung” die Rede ist.
Drei Fragen lohnen sich fast immer. „Woran machen Sie Ihre Einschätzung konkret fest?” — das führt weg von der Note und hin zu Beobachtungen. „Wo sehen Sie den größten Unterschied zwischen dem, was mein Kind kann, und dem, was es zeigt?” — dahinter steckt oft der eigentliche Ansatzpunkt. Und „Was würden Sie an unserer Stelle bis Februar tun?” — die Frage, die aus einer Einschätzung einen nächsten Schritt macht.
Was zählt als Gymnasialempfehlung bei den Noten?
Als Richtwert für das E-Niveau gilt: In der Halbjahresinformation der Klasse 4 ein Notendurchschnitt aus Deutsch und Mathematik von 2,5 oder besser, wobei keines der beiden Fächer schlechter als 3,0 sein soll.
Das Ministerium formuliert es so: „Den Anforderungen des Niveaus E (erweitertes Niveau) wird in der Regel entsprochen, wenn in der Halbjahresinformation der Klasse 4 in den Fächern Deutsch und Mathematik im Durchschnitt mindestens gut-befriedigend (2,5) erreicht wurde und keines dieser beiden Fächer schlechter als mit der Note befriedigend (3,0) bewertet worden ist.”
Zwei Hinweise dazu, die im Alltag zählen. Erstens ist das ein Richtwert, kein Selbstläufer — die Einschätzung der Lehrkräfte ist mehr als eine Rechnung. Zweitens ist die Bedingung „keines schlechter als 3,0” oft die härtere von beiden: Ein Kind mit einer Eins in Deutsch und einer Vier in Mathematik hat einen Durchschnitt von 2,5 und erfüllt trotzdem die zweite Bedingung nicht. Wo eine solche Schieflage besteht, ist sie deshalb der wichtigere Ansatzpunkt als der Durchschnitt.
Diese zweite Bedingung ist aus Elternsicht die nützlichere von beiden, weil sie sagt, wo man ansetzt. Ein Durchschnitt lässt sich auf viele Arten verbessern, und die naheliegende ist meistens die falsche: Man übt dort, wo es ohnehin schon gut läuft, weil es dort Erfolgserlebnisse gibt. Die Bedingung „keines schlechter als 3,0” zwingt den Blick genau umgekehrt — auf das Fach, das zurückliegt.
Wichtig ist dabei der Zeitpunkt. Maßgeblich ist die Halbjahresinformation der Klasse 4, also das Zeugnis Ende Januar. Die Noten, die dort stehen, entstehen im Herbst. Wer im Januar auf das Papier schaut und dann beschließt, etwas zu ändern, ändert nichts mehr an diesem Papier. Deshalb ist der November — derselbe Monat, in dem Kompass 4 liegt — auch für die Noten der letzte Zeitpunkt, an dem Handeln sich noch auszahlt.
Und noch etwas gehört zur Einordnung: Diese Richtwerte beschreiben eine Wahrscheinlichkeit, keine Grenze zwischen geeignet und ungeeignet. Kinder mit einem Schnitt von 2,7 bestehen das Gymnasium, Kinder mit 1,8 tun sich später schwer. Was die Zahlen leisten, ist eine Orientierung darüber, wie viel Unterstützung ein Kind auf dem gewählten Weg voraussichtlich brauchen wird — nicht darüber, ob es ihn gehen darf.
Der Potenzialtest — die zweite Chance
Und wenn keine zwei Bausteine zusammenpassen? Dann ist noch nichts entschieden. Dafür gibt es den Potenzialtest.
- Haupttermin: Dienstag, 23. Februar 2027 (Nachtermin: 2. März 2027)
- Anmeldung an den weiterführenden Schulen: 8. bis 11. März 2027
Der zeitliche Ablauf ist eng, aber logisch: Der Potenzialtest liegt kurz vor der Anmeldewoche, damit sein Ergebnis noch einfließen kann. Praktisch heißt das, dass Ihr im Februar unter Umständen zwei Wege parallel im Kopf haben müsst — und dass die Anmeldetermine im Kalender stehen sollten, bevor der Februar anfängt.
Für das Kind ist dieser zweite Test die heiklere Situation von beiden. Bei Kompass 4 im November schreiben alle mit, es ist ein normaler Schultag. Beim Potenzialtest im Februar weiß Dein Kind, warum es dort sitzt — und Neunjährige ziehen daraus zuverlässig den Schluss, dass jetzt alles von ihnen abhängt.
Dagegen hilft weniger Vorbereitung als Einordnung. Zwei Sätze reichen meistens: dass es hier nicht darum geht, etwas zu beweisen, sondern darum, eine weitere Möglichkeit zu nutzen. Und dass es weitergeht, egal wie der Tag ausfällt — nur eben vielleicht auf einem anderen Weg. Beides stimmt, und Kinder merken den Unterschied zwischen einem beruhigenden Satz und einem wahren.
Der Fahrplan bis zur Anmeldung
Alle Termine für den Übergang zum Schuljahr 2027/28.
- 18.11.2026 Kompass 4 — Deutsch Nachtermin 25. November 2026.
- 19.11.2026 Kompass 4 — Mathematik Nachtermin 26. November 2026.
- bis 29.01. Beratungsgespräche Bis Freitag, 29. Januar 2027, sollen die Informations- und Beratungsgespräche geführt sein.
- bis 05.02. Empfehlung der Klassenkonferenz Bis Freitag, 5. Februar 2027, wird die Rückmeldung ausgegeben.
- 23.02.2027 Potenzialtest Zweite Chance, wenn zwei Bausteine nicht zusammenpassen. Nachtermin 2. März 2027.
- 08.–11.03. Anmeldung Anmeldefenster an den weiterführenden Schulen.
Quelle: Kultusministerium Baden-Württemberg, FAQ Bildungsreform

Der häufigste vermeidbare Fehler in diesem Verfahren ist kein schwaches Ergebnis, sondern ein Termin, der schon vorbei war.
Was viele Eltern nicht wissen: Das Verfahren ist umstritten
Über das Verfahren wird gestritten, auch vor Gericht. Weil dazu einiges Ungenaues kursiert, hier die Zahlen: Dem Kultusministerium waren 23 Klagen gegen die verbindlichere Grundschulempfehlung bekannt. Davon hat das Land 16 gewonnen und eine verloren.
Die eine verlorene ist die aus Sigmaringen, über die im September 2025 viel berichtet wurde. Ein Blick auf die Begründung lohnt sich, weil sie enger ist, als die Schlagzeilen klangen: Das Verwaltungsgericht stützte sich darauf, dass das Schulgesetz, das Kompass 4 verbindlich macht, erst Anfang Februar 2025 in Kraft trat — also Monate nach dem Test im November 2024. Vereinfacht gesagt: Man kann eine Regel nicht rückwirkend auf einen Test anwenden, der schon geschrieben war. Es ging um diesen einen Jahrgang, nicht darum, ob Kompass 4 taugt. Das Land hat Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim eingelegt.
Für Euch heißt das nüchtern: Verlasst Euch nicht darauf, dass sich das Verfahren juristisch auflöst. Es gilt, und es gilt für den Jahrgang Eures Kindes.
Etwas anderes ist die inhaltliche Kritik — und die kommt vom Ministerium selbst. Mit den Ergebnissen des ersten Durchgangs ist es nicht zufrieden, besonders in Mathematik. Lehrkräfte bewerteten dort die Anforderungen im Schnitt als zu hoch, die Testzeit als zu kurz und die Verständlichkeit der Aufgaben als nur teilweise angemessen. Das Ministerium will den Mathematikunterricht deshalb stärker in den Blick nehmen.
Die Zahlen dazu: Im ersten Durchgang erreichten 26 Prozent der Viertklässler in Mathematik und 28 Prozent in Deutsch das gymnasiale Niveau. Auf dem mittleren Niveau lagen über beide Fächer hinweg 43 Prozent.
Was folgt daraus für Euch als Familie? Zwei Dinge. Details können sich ändern — prüft die Ministeriumsseite, bevor Ihr Euch auf einen Termin verlasst, den Ihr irgendwo gelesen habt, auch hier. Und: Wenn selbst das Ministerium die Mathematikaufgaben für zu schwer hält, ist ein schwaches Ergebnis darin kein Urteil über Dein Kind.
Der Kompass 4 solle nicht aussieben, sondern sei eine zusätzliche Chance neben der pädagogischen Empfehlung der Lehrkräfte und dem Potenzialtest.
Was Du jetzt konkret tun kannst
Die Noten in Deutsch und Mathematik im Blick behalten, besonders vor der Halbjahresinformation. Nicht, um zu kontrollieren, sondern weil eine Schieflage zwischen den beiden Fächern früh besser aufzufangen ist als spät.
Zum Beratungsgespräch gehen. Die Gespräche sollen bis Freitag, 29. Januar 2027 geführt sein, die Rückmeldung der Klassenkonferenz kommt bis 5. Februar 2027. Dort erfährst Du, wie die Schule Dein Kind sieht — eine der drei Stimmen.
Kompass 4 entdramatisieren. Einmal ansehen, wie ein Aufgabenheft aussieht, und dann gut sein lassen. Wenn dabei auffällt, dass irgendwo Verständnis fehlt, ist das die eigentliche Information des Abends — wertvoller als jede Punktzahl im November.
Die Termine eintragen, alle fünf aus der Übersicht oben. Das ist die unspektakulärste Empfehlung dieses Artikels und die, deren Fehlen am häufigsten etwas kostet.
Und zum Schluss der Satz, der in Beratungsgesprächen am meisten trägt: Die Entscheidung nach Klasse 4 ist keine Entscheidung über ein Leben. Schulartwechsel sind in Baden-Württemberg möglich, in beide Richtungen, und sie sind häufiger, als der Ernst dieses Verfahrens vermuten lässt. Ein Kind, das mit elf noch nicht so weit ist, kann mit vierzehn sehr weit sein.
Drei Wege, die wir begleitet haben
Das ist keine tröstliche Formel. Drei Verläufe aus unserer Arbeit, anonymisiert:
- Ein Kind wechselte von einer Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt auf die Realschule. Alle Beteiligten rechneten mit einem harten Weg. Er war weniger hart als erwartet — das Kind selbst war am meisten überrascht.
- Ein Jugendlicher verließ das achtjährige Gymnasium und ging auf ein dreijähriges berufliches Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt: andere Fächer, anderer Zuschnitt. Die Motivation kam zurück. Heute steht dort ein Studium der Sozialwissenschaften.
- Ein Kind ging von der Realschule aufs berufliche Gymnasium — und schloss mit einem Einserschnitt und einer Belobigung ab.
Keiner dieser Wege war nach Klasse 4 absehbar. Und keiner war ein Abstieg. In zwei der drei Fälle war es der Wechsel selbst, der den Ausschlag gab: nicht mehr Anstrengung im alten System, sondern ein System, das besser passte.
Das ist der eigentliche Grund, warum der November nicht über alles entscheidet. Er entscheidet über den nächsten Schritt.
Häufige Fragen
Ist die Grundschulempfehlung wieder komplett verbindlich?
Nicht in jeder Richtung gleich. Verbindlicher ist vor allem der Zugang zum Gymnasium: Dort muss neben dem Elternwillen mindestens ein weiterer Baustein zustimmen. Für die übrigen Schularten bleibt mehr Spielraum. „Verbindlich" heißt also nicht, dass die Schule allein entscheidet.
Wann findet Kompass 4 im Schuljahr 2026/27 statt?
Der Deutsch-Teil ist für Mittwoch, den 18. November 2026 angesetzt, der Mathematik-Teil für Donnerstag, den 19. November 2026. Als Nachtermine sind der 25. und der 26. November 2026 vorgesehen, falls ein Kind an den Haupttagen krank ist.
Was passiert, wenn mein Kind Kompass 4 „nicht besteht"?
Bestehen und Durchfallen gibt es bei Kompass 4 nicht. Der Test ist einer von drei Bausteinen. Stimmen Elternwille und pädagogische Einschätzung überein, ist der Weg auch ohne ihn frei. Und wenn kein zweiter Baustein trägt, bleibt der Potenzialtest im Februar.
Sollen wir Kompass 4 vorbereiten?
In Maßen ja. Kompass 4 prüft Stoff, den Dein Kind aus dem Unterricht kennt. Sinnvoll ist, das Testformat einmal in Ruhe anzusehen, damit es am Testtag nicht neu ist. Nicht sinnvoll ist wochenlanges Pauken — Gelassenheit wirkt an diesem Tag mehr als zusätzlicher Stoff.
Wo finde ich die verbindlichen Regeln?
Beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg unter dem Stichwort „FAQ Bildungsreform". Dort stehen die aktuell gültigen Fassungen. Bei Abweichungen zwischen unserer Zusammenfassung und der Ministeriumsseite gilt immer die Ministeriumsseite.
Können wir gegen die Empfehlung vorgehen?
Der übliche Weg ist nicht die Klage, sondern der Potenzialtest im Februar als zweite Chance. Von 23 dem Ministerium bekannten Klagen gegen die verbindlichere Grundschulempfehlung hat das Land 16 gewonnen und eine verloren — und die aus formalen Gründen. Wer trotzdem rechtlich vorgehen will, braucht eine Beratung, keinen Ratgeberartikel.
Quellen
- Übergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen — Termine Schuljahr 2026/2027 — Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg , 2026
- FAQ Bildungsreform — Anmeldung am Gymnasium und Niveau E — Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg , 2026
- Kompass 4-Ergebnisse liegen vor (Pressemitteilung) — Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg , 2025
- Berichterstattung zum Beschluss des Verwaltungsgerichts Sigmaringen zu Kompass 4 — Stuttgarter Zeitung , 2025